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Dem Ingenieur ist nix zu schwör

Der Frankfurter Peter Abel tunt Großkaliber- und Druckluftwaffen. Kein Wunder, daß der Mann nie Zeit hat.


Letzte Änderung am Dienstag, 30. Oktober 2007 um 13:33:50 Uhr.


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Victory! (Oder Verlierer)

V- wie Victory

Oder wie Verlierer? Der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann, selbstbewußt die rechte Hand zur Siegergeste.

Frühjahr 2004: Das wohl spektakulärste Wirtschafts-Strafverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik erregt das Interesse der Öffentlichkeit. Angeklagt sind der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann und fünf weitere Beteiligte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, den Düsseldorfer Mannesmann-Konzern um rund 110 Millionen geschädigt zu haben, indem sie sich ungerechtfertigte Prämien zugeschusterst haben sollten.

„Das ist das einzige Land, wo die, die erfolgreich Werte schaffen, deswegen vor Gericht stehen“, beklagt sich Ackermann zum Prozessauftakt. Und reckt zuversichtlich die Hand zum „Victory-Zeichen“. Damit bemächtigt er einem positiven Symbol und missbraucht es.

Die Geste kam nicht gut an; sondern beschädigte den Ruf Ackermanns und somit auch den der Deutschen Bank nachhaltig. Denn angesichts von fünf Millionen Arbeitslosen reagiert die Öffentlichkeit auf Selbstbedienungs-Mentalität sehr sensibel. Egal, ob Politiker oder Manager.

Als sich Ackermann für seine Geste entschuldigte, war das Kind längst in den Brunnen gefallen.

Das V-Symbol

Remember Azincourt - und haltet durch: Churchill zitiert die englische Geschichte.

Das Victory-Zeichen ist untrennbar mit der Person von Winston Churchill verbunden. Der dicke Mann mit der Zigarre im Mund und den ausgestreckten Zeige- und Mittelfingern gehört wohl zu den bekanntesten Fotografien des 20. Jahrhunderts.

Zum ersten Mal verwendete Churchill diese Geste im Jahr 1944, als er in einer berühmt gewordenen Rede die britische Bevölkerung zum Durchhalten gegen die deutschen Angriffe aufforderte („Wir müssen durch ein Meer aus Blut und Tränen waten“). Zum Abschluss reckte er die Hand und verwendet zum ersten Mal das Victory-Zeichen.

Weithin unbekannt ist, dass Churchill schafft hier kein neues Zeichen schaft, sondern aus der englischen Geschichte zitiert:

Während des hundertjährigen Krieges litten die Franzosen besonders unter den Angriffen der englischen Langbogen-Schützen. Deshalb trennten sie den gefangenen Zeige- und Mittelfinger der (rechten) Schußhand ab. Und so entwickelte sich der Brauch, dass die englischen Langbogen-Schützen ihrem Gegner während der Schlacht die beiden ausgestreckten Finger entgegenreckten: "Schaut her, hier sind wir! Und unsere Kampfkraft ungebrochen!"

Ackermanns Fehler

Das V im Wandel

Interessant ist der Bedeutungswandel des V-Symbols: Ursprünglich als Trotzgeste gedacht, drückt später Siegesgewissheit aus. In der Hippi-Ära kommt eine neue Bedeutung hinzu: Peace! Hier demonstriert Susan Serandon mit dem V während der Oskar-Verleihung gegen den Golf-Krieg.

Bereits in der Kritik der Öffentlichkeit stehend, missbraucht er ein positiv besetztes Zeichen und pervertiert es somit. Sein Verhalten ist umso schlimmer, da bereits sein Vorgänger Hilmar Kopper äußerst ungeschickt kommunizierte, indem er im Rahmen der Schneider-Affäre einen Verlust von 50 Millionen D-Mark als „Peanuts“ abtat. „Peanuts“ wurde das Unwort des Jahres! Und die Deutsche Bank zum Symbol des Kapitalismus, die Bank der „Mächtigen und Reichen“.