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Journalismus

Dem Ingenieur ist nix zu schwör

Der Frankfurter Peter Abel tunt Großkaliber- und Druckluftwaffen. Kein Wunder, daß der Mann nie Zeit hat.


Letzte Änderung am Dienstag, 30. Oktober 2007 um 13:34:02 Uhr.


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Magnum-Manie

Es geschah nachts an einer Arnsberger Tankstelle: Aufmerksame Bürger beobachteten, wie dem Fahrer des Wagens vor ihnen ein Gegenstand an den Kopf gehalten wurde. Und sofort stand für die rechtschaffenen Autofahrer fest: Überfall oder Entführung!

Ein Magnum — aber nicht von Smith & Wesson, sondern von Langnese, nicht nur einer der größten Magnum-Produzenten, sondern auch Hersteller von Kalorienbomben aller Kaliber, von Kennern weltweit geschätzt und ge-schlotzt. Wie aus unbestätigter Quelle verlautete, zieht nun Bayern als erstes Bundesland Konsequenzen und setzt das Magnum Mandel auf die Kriegswaffenliste, wahrscheinlich wegen der furchtbaren Wirkung der Nuß-Splitter. Eine Sonderkommission "Speiseeis" unter der Leitung Dr. Oetkers soll in den nächsten Tagen bereits die Ermittlungen aufnehmen.

Von dieser Meldung aufgeschreckt, stieg der Verkauf von Eis am Stiel in Bayern sprunghaft an, obwohl sich die Käufer in einer rechtlichen Grauzone befinden. Bereits seit Wochen outen sich in einer Serie des Fernsehsenders RTL anonyme illegale Magnum-Besitzer. Besonders erschreckend ist die Aussage eines jungen Mädchens: "Ich habe immer einen Dreierpack im Kühlschrank."

In einer Bonner Eisdiele soll sich vor kurzem ein Arbeitskreis "Innere Sicherheit — stoppt Speiseeis!" gegründet haben. Nach dem Genuß einer Eisbombe verabschiedeten die Mitglieder der Arbeitsgruppe einen umfangreichen Fragen- und Forderungskatalog: Wie kann es angehen, daß ein harmloses Speiseeis den Namen einer Schußwaffe trägt? Darf es sein, daß ein Eis am Stiel von der Form her einer Schußwaffe zum Verwechseln ähnlich sieht? Braucht man, um ein Eis zu schlecken, eine Sachkundeprüfung? Stellt das Überlassen von Speiseeis an Nicht-Sachkundige eine strafbare Handlung dar? Wie ist hier nun die Sache mit dem Bedürfnis geregelt? Und was sagt Herta Däubler-Gmelin zu all dem? Fragen über Fragen... (sh)

VISIER 10/1996