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Dem Ingenieur ist nix zu schwör

Der Frankfurter Peter Abel tunt Großkaliber- und Druckluftwaffen. Kein Wunder, daß der Mann nie Zeit hat.


Letzte Änderung am Dienstag, 30. Oktober 2007 um 13:33:58 Uhr.


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Vom High-Tech-Krieg zur Steinzeit

Während der I. Weltkrieg sich auf der einen Seite zum hochtechnisierten Massenschlachten entwickelte, näherten sich die Infanteristen an der Front steinzeitlichen oder zumindest mittelalterlichen Verhältnissen an. Sie hausten bei Kerzenlicht und Tranfunzeln in Erdhöhlen, aus denen sie zu nächtlichen Streifzügen herauskrochen. Dabei dienten weniger das Gewehr oder die Pistole, als vielmehr Messer und Keulen zum Nahkampf.

Zwar belieferte das Hinterland — die Klingenschmieden beider Seiten — die Front mit Grabendolchen, umgewandelten Waidnickern oder Küchenmessern, abgeschliffenen Seitengewehren oder schlicht mit Griffen versehenen Dreikantklingen von alten Tüllenbajonetten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Aber vieles entstand auch vorn im Graben in Eigenregie wie die aus eisernen Stacheldraht-Pfosten zurechtgebogenen und einfach spitz zugeschliffenen Stichinstrumente der französischen Poilus oder die zahlreichen Keulen und Morgensterne, die sich einfallsreiche Bastler aus Knüpeln, Nägeln und Draht zurechtzimmerten. Wie die hier abgebildete Keule von der Somme-Front erhielten einige sogar Seriennummem und gehörten zum festen Inventar von Grabenabschnitten, ähnlich wie die Schutzschilde, Periskope und das Schanzzeug.

Viele erfahrene Frontkämpferbevorzugten ohnehin den angeschliffenen Spaten gegenüber jedem Bajonett, und wer konnte, besorgte sich Karabiner und Faustfeuerwaffen anstelle der langen und in der Enge des Grabens unhandlichen Infanteriegewehre. Die deutschen Sturmbataillone erhielten in der zweiten Kriegsphase nur noch den Kar 98a oder die lange 08 sowie zuletzt 1918 die erste MPL Als wichtigstes Kampfmittel bei Sturm wie Verteidigung erwies sich die Handgranate, anfangs oft nur selbstgebastelte Sprengkörper: Dosen mit Sprengstoff und Zündschur. Wo sich die Gegner auf kurze Entfernungen gegenüberlagen, experimentierten beide Seiten mit Wurfgeräten aus langen biegsamen Stahlfedern oder Holzlatten, um die Sprengkörper aus dem eigenen Deckungsloch in das des Feindes zu bugsieren.

Einige davon, mit armbrustartigen Bogenkonstruktionen und Winden hätten genausogut aus der Zeit römischer Legionäre oder Kreuzritter stammen können. Auch der auf den Lauf auf setzbare Schießbecher, ursprünglich eine Idee des 18. Jahrhunderts, kam wieder in Mode und wurde vor allem französischerseits massiert eingesetzt. Die Engländer befestigten anfangs lange, kalibergroße Holzstäbe an den Boden ihrer "Mills-Bomben" und feuerten sie mit Platzpatronen aus den Läufen der Lee-Enfields ab, die Italiener konstruierten Zündnadelgewehre von 1868 für den Abschuß von Gewehrgranaten um.